Schäffers in einem E-Rollstuhl vor der Eingangstür
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04.03.2025 Lesedauer: 2 min.

„Win-Win-Situation für alle"

Der Druckplattenhersteller XSYS hat mit Unterstützung des KVJS-Inklusions- und Integrationsamtes eine begehrte Fachkraft einstellen können. Zuvor mussten gemeinsam einige Hindernisse aus dem Weg geräumt werden.

Thomas Schäffers (Name geändert) schriftliche Bewerbung war vielversprechend. „Fachlich bringt er alle Fähigkeiten mit, die wir für unsere Digitalisierungspläne brauchen“, sagt Anne Breitenbücher, die das IT-Team von XSYS leitet. „Nach einem ersten Online-Bewerbungsgespräch waren wir überzeugt. Es war klar: wir wollen ihn“, erinnert sie sich. Im weiteren Prozess unterstützend an ihrer Seite: das KVJS-Inklusions- und Integrationsamt. 

Auch klar war: Erst muss umgebaut werden, denn der 44-Jährige ist aufgrund einer Erkrankung auf einen Elektro-Rollstuhl angewiesen. Damit ging der Druckplattenhersteller aus dem Ortenaukreis neue Wege. Thomas Schäffer ist der erste Mitarbeiter in der Betriebsgeschichte mit Rollstuhl. Das flache Industriegebäude, in dem sich heute Schäffers Arbeitsplatz befindet, ist rund 40 Jahre alt – barrierefreies Bauen war damals noch kein Thema. Sofort wurde man bei XSYS aktiv, ein kleines, engagiertes Team machte es sich zur Aufgabe, nach kosten- und ressourcenschonenden Umbaumöglichkeiten und Handwerkern zu suchen. 

„Um sicherzugehen, dass wir mit unseren Plänen richtig liegen, haben wir das Inklusions- und Integrationsamt eingeschaltet“, erzählt XSYS-Standortleiterin Alexandra Kindle. Schließlich musste das Unternehmen für den Einbau eines barrierefreien Gebäudezugangs und eines barrierefreien Sanitärraums ordentlich investieren.

Zur Sache: Die Expertenmeinung

Karl-Heinz Baumert ist der zuständige Experte des Technischen Beratungsdienstes (TBD) beim KVJS-Integrationsamt.


„Dieses Projekt zeigt, dass bei guter beruflicher Qualifikation eines Bewerbers die Beeinträchtigungen durch eine Behinderung kein Hinderungsgrund für eine Einstellung sein muss. Dafür bestand bei XSYS GmbH von Anfang an Offenheit. Die vorhandenen Barrieren waren baulicher Art, die durch die Schaffung eines barrierefreien Zuganges und eines behinderungsgerechten WC sowie eines geeigneten temporären Arbeitsplatzes behoben werden konnten. Die Maßnahmen konnten durch eine zügige Planung und professionelle Koordinierung und Abwicklung der baulichen Maßnahmen durch den Arbeitgeber in nur wenigen Monaten umgesetzt werden. Ein wirklich gelungenes Projekt, das auch anderen Betrieben ein gutes Beispiel bei der Suche nach qualifiziertem Personal sein kann.“