Eine Theke steht in einem hell gekacheltem und gestrichenen Café: drum herum vier junge Mitarbeitende – zwei Männer und zwei Frauen.
© Reha-Südwest OWH gGmbH / Noah Stooß
02.06.2026 Lesedauer: 4 min.

Inklusive Gaumenfreuden

Einladend, offen und natürlich barrierefrei: Das neue Café-Bistro „Tonis Street. Food. Café“ in Ellwangen hat in mehr als einer Hinsicht den Geschmack getroffen. Der Meinung waren offensichtlich auch die Gäste der Eröffnung am 18. April 2026.

Das kulinarische Konzept: Modern, frisch, regional. Ob verschiedene Frühstücksvarianten, leckere Bowls, knackige Salate, hausgemachte Falafel, Suppen oder neu interpretierte Kartoffelgerichte – das Angebot lässt nicht nur Vegetariern das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Das personelle Konzept: Inklusiv. „Ganz konkret schaffen wir in diesem Projekt sechs Arbeitsplätze für Beschäftigte mit Behinderung. Als Inklusionsunternehmen der Konrad-Biesalski-Schule ist genau das unser Kernauftrag: Wir möchten den Übergang von der schulischen Bildung in den Lebensbereich Arbeit und Beruf aktiv gestalten“, so beschreibt es Ron Geyer, Geschäftsführer des Inklusionsunternehmens KBS Arbeit und Integration gGmbH, dem Träger des neuen Inklusionsprojektes in Ellwangen.

Wir möchten den Übergang von der schulischen Bildung in den Lebensbereich Arbeit und Beruf aktiv gestalten

Ron Geyer, Geschäftsführer des Inklusionsunternehmens KBS Arbeit und Integration gGmbH

Das Raumkonzept: Grün. Für die Gestaltung des frisch sanierten Gastraums mit seinen 35 Plätzen zeichnen Studierende der Hochschule für Technik Stuttgart unter Leitung ihrer Professorin Diane Ziegler verantwortlich. Erklärtes Ziel von Ziegler ist es, für Menschen mit Einschränkungen gute Innenräume zu schaffen. So entwarfen die angehenden Innenarchitekten ein flexibles Raumkonzept mit bepflanzten Raumteilern. Grün ist auch der Außenbereich. Das neue Café-Bistro liegt mitten in der Ellwanger Altstadt. Von einem der 40 Terrassenplätze lässt sich bequem das städtische Treiben beobachten. 

  • Das Foto zeigt eine Außengastro in einer ruhigen, geplasterten Gasse mit gepflegten alten Häusern.
    Außenbereich des Cafés.
  • Ein junger Mann trägt ein großes rundes Tablett mit vielen Schälchen mit Falaffelbällchen.
    Eine Service-Kraft serviert Leckereien.
  • Das Foto zeigt den Innenraum des Cafés mit hellen Holzmöbeln und vielen Grünpflanzen.
    Ein grünes und flexibles Raumkonzept mit bepflanzten Raumteilern schafft ein ansprechendes Ambiente.
  • In einem geräumigen Café stehen zwei helle Holztische mit je 5 Stühlen vor zwei Raumteilern. Dahinter befinden sich am Fenster hohe Hocker vor einem schmalen langen Stehtisch. Der Raum ist mit vielen Grünpflanzen dekoriert.
    Das Raumkonzept wurde von Studierenden der Hochschule für Technik Stuttgart unter Leitung ihrer Professorin Diane Ziegler entwickelt. Ziel war es, einen auf die Anforderungen von Menschen mit Behinderung angepassten, ansprechenden Innenraum zu schaffen.
  • In einem aus zwei Teilen bestehenden Foto sind links ein bunter Teller mit einem Stück Kuchen und rechts eine hellgrüne Schale mit einem Früchtemüsli zu sehen.
    Ob zum Frühstück oder zur Kaffeezeit: Tonis Streetfood Café bietet für jede Gelegenheit eine leckere Speisenauswahl.
  • Im Bild sine eine Suppenschüssel mit einer mit Basilikum, Sahne und Chili dekorierten Suppe zu sehen; rechts daneben ein Teller mit Falaffeln und geriffelten Fritten.
    Modern, frisch, regional: Zum kulinarischen Angebot gehören auch Suppen und hausgemachte Falafel.
  • Gruppenfoto des Gastroteams: Vier junge Menschen knien in der ersten Reihe. Dahinter stehen vier Männer und zwei Frauen. Alle tragen einheitliche weiße T-Shirts.
    Das Team von Tonis Streetfood Café ist inklusiv.
  • Blick über die Theke in den offenen Küchenbereich des Cafés. Ein junger Mann gießt ein Glas Wasser ein, ein anderer hält einen Schleifstab für Messer in der Hand.
    Teamwork: In Tonis Streetfood Café arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen.
  • Das Foto zeigt den Thekenbereich des Cafés. Der Blick fällt von vorn auf die Theke und die große Anzeigetafel darüber: Darauf steht: "Herzlich willkommen in Tonis Street Food Café."
    Thekenbereich das Cafés.

Unterstützung durch den KVJS

Für die Entwicklung des Businessplans konnte Geschäftsführer Ron Geyer mit Frank Klasen von der Firma Alsace Hotel Consulting, einen durch den KVJS akkreditierten erfahrenen Fachberater für den Hotellerie­- und Gastronomiesektor mit 20 Jahren Erfahrung beim Aufbau von Inklusionsbetrieben gewinnen, „Er hat uns maßgeblich unterstützt und wertvolle Impulse gegeben.“ 

Das Inklusions- und Integrationsamt des KVJS gehörte zu den Starthelfern des neuen Café-Bistros. Es fördert die neuen Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zum einen investiv und zum anderen dauerhaft durch Beschäftigungssicherungszuschüsse. Von der Aktion Mensch gab es Starthilfeförderung und eine Investitionsförderung. So kann es gelingen, was Ron Geyer bei der Eröffnung von Tonis Street. Food. Café betonte: „Unser Ziel ist es, Brücken zu bauen – Brücken in den ersten Arbeitsmarkt, in ein selbstbestimmtes Leben und in eine wertvolle, sinnstiftende Beschäftigung.“

Monika Kleusch

Die Expertenmeinung von Frank Klasen

„Die Herausforderung war, auf relativ wenig Raumfläche ein optimal eingerichtetes Café-Bistro mit einem modernen, gut durchdachten gastronomischen Angebot an Speisen und Getränken zu schaffen. Im Vordergrund standen dabei die optimale Ausnutzung der Sitzplatzflächen sowie die Funktionalität der Gastronomieeinrichtung mit kurzen Laufwegen und nahen Produktionsflächen. Von besonderem Wert bei diesem Projekt sind der hervorragende Standort am Rande der Fußgängerzone und Mitten im Herzen der Stadt, die Terrassenfläche, der geringe Wettbewerbsdruck. Hinzu kommt im Startjahr die Landesgartenschau mit vielen Besuchern. Dies sind ideale Konditionen für einen gelungen Start des Projektes.“

Porträtbild von Frank Klasen
Frank Klasen ist Fachberater für Inklusionsunternehmen in Hotellerie und Gastronomie in enger Kooperation mit dem KVJS und hat Erfahrung in der Projektentwicklung von mehr als 70 Inklusionsbetrieben in Baden-Württemberg.