Arbeitsschutz steht durch die Pandemie mehr denn je im Fokus. Daher sollte die Schwerbehindertenvertretung (SBV) auch im betrieblichen Arbeitsschutzausschuss (ASA) mitwirken.
Arbeiten von zu Hause oder mit Maske und ohne Körperkontakt: Damit Beschäftigte gesund und sicher arbeiten, gibt es den Arbeitsschutz. Die Pandemie sorgte hier für die neue SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel. Durch besonderen Fokus der Medien erhöht sich der Umsetzungsdruck und somit eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Arbeits- und Gesundheitsschutz betrifft alle Arbeitsbereiche und berücksichtigt seit 2015 auch psychische Belastungen. Leider haben bisher nur etwa 7 Prozent der Unternehmen diese Anforderung erfüllt und die Gefährdungsbeurteilung um den psychischen Aspekt erweitert. Die Zahlen steigen allerdings und das liegt auch an der Pandemiesituation.
Bei Menschen mit Schwerbehinderung hat das Spektrum der ausgleichenden und kompensierenden, aber auch der präventiven Maßnahmen eine besondere Bedeutung beim Arbeitsschutz.
Frank Schrapper, Leiter Technischer Beratungsdienst beim LWL-Inklusionsamt Arbeit in Münster, Vorsitzender BIH-Arbeitsausschuss Technische Beratungsdienste
Damit Arbeitsschutz im Betrieb funktioniert, muss ein sogenannter Arbeitsschutzausschuss eingesetzt werden. Arbeitgeber in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten müssen einen solchen ASA bilden (§ 11 ASiG). Er ist ein beratendes Gremium (§§ 3 und 6 ASiG) und beschäftigt sich mit Maßnahmen und Anliegen im Arbeitsschutz, die den konkreten Betrieb betreffen.
Auf Antrag muss der ASA außerdem Angelegenheiten der schwerbehinderten Menschen auf die Tagesordnung setzen (§ 178 Abs. 4 SGB IX). Wurde die SBV nicht beteiligt, muss das Gremium Beschlüsse auf Antrag der SBV für eine Woche aussetzen (§ 178 Abs. 4 Satz 2 SGB IX).
Anspruch auf Schulung in Fragen rund um den Arbeits- und Gesundheitsschutz
Anspruch auf Teilnahme an Sitzungen des ASA
Das Recht, Anliegen der schwerbehinderten Menschen auf die Tagesordnung zu setzen
Die Schwerbehindertenvertretung wirkt gleichberechtigt im ASA als beratendes Gremium mit, da viele dort besprochene Themen alle Beschäftigten und damit auch diejenigen mit Schwerbehinderung oder ihnen Gleichgestellte betreffen. Bei Betriebsbegehungen im Rahmen des Arbeitsschutzes sollten SBVs ebenfalls mitwirken – oft ergeben sich konkrete Fragen für Beschäftigte mit Behinderungen erst vor Ort.
Es gibt viele Schulungen zum Thema – auch bei den Angeboten der Inklusions- und Integrationsämter ist der Arbeitsschutz Thema.
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